Mit dem Zuchtjahr 2019  ist bei allen Hengsten, die in den Hengstbüchern I und II des Deutschen Reitponys oder Kleinen Deutschen Reitpferdes geführt werden, ein Test auf den Gendefekt CA vorgeschrieben. Das betrifft nicht nur die Hengste, die neu in das Hengstbuch eingetragen werden, sondern auch die Hengste, die für 2019 fortgeschrieben werden sollen. Das Testergebnis hat keinen Einfluss auf die Eintragung des Hengstes.Eine Vereinbarung, die in diesem Jahr alle die Rassen Deutsches Reitpony und Kleines Deutsches Reitpferd betreuenden Verbände gemeinsam getroffen haben
 
Bei der Cellebellären Abiotrophie handelt es sich um eine Degeneration des Kleinhirns mit der Folge von Bewegungs- Gleichgewichtsstörungen (u.a. Kopfwackeln und Ataxien). Betroffene Tiere erscheinen kurz nach der Geburt zunächst noch gesund, weisen jedoch nach wenigen Wochen oder Monaten erste Ausfallerscheinungen auf. Der Gendefekt wird monogen autosomal rezessiv vererbt. Demnach ist nur ein Gen betroffen und nur wenn von beiden Elterntieren ein defektes Allel vererbt wird, erkrankt der Nachkomme. CA ist bei Arabern bekannt und kann bei Rassen mit Arabereinfluss vorkommen. Da auch das Deutsche Reitpony zu einem großen Teil Araberblut führt, führten die Deutschen Pony- und Kleinpferde betreuenden Verbände in 2017 mit der Universität in Göttingen eine Studie durch, um einen Überblick über die Frequenz des Gens in der Reitponypopulation zu erhalten. Als ein Ergebnis der Studie wurde mitgeteilt, dass die relative Häufigkeit des defekten Allels bei ca. 2,5 %, 2 bis 5 Fälle pro Generation/Saison vermutet wird. Aus wissenschaftlicher Einschätzung ist die Problematik in der Reitponyzucht überschaubar. Es wurde, so Professor Tetens von der Georg August Universität, Göttingen, rechtzeitig hingeschaut. Als Strategie zur Vermeidung der Verbreitung des CA-Gendefektes haben sich die Verbände ab 2019 zum Gentest für alle in der Zucht des Deutschen Reitponys und des Kleinen Deutschen Reitpferdes eingesetzten Hengste entschieden.

Wichtig ist es, die Anpaarung von CA-Anlagenträger untereinander zu vermeiden, da durch die Verpaarung von zwei Anlageträgern kranke Nachkommen entstehen können. Hierzu ist die Information über den Trägerstatus mindestens eines Paarungspartners erforderlich. Mit Einführung des CA-Gentests für Hengste werden entscheidende erste Informationen für die Anpaarungsplanung geliefert. CA-Anlagenträger dürfen nicht mit Stuten, die selbst CA Anlageträger sind, angepaart werden. Bei Stuten mit unbekannten CA-Trägerstatus sollte von der Anpaarung mit CA-Trägerhengsten abgesehen werden oder sie testen lassen.

Die CA-Ergebnisse werden über eine Internetseite veröffentlicht. Die Veröffentlichung soll zukünftig unter einer neuen Rubrik auf der Internetseite bei der FN, die mit den Internetseiten der Zuchtverbände verlinkt wird, erfolgen. Weitere Informationen sind unter https://www.pferd-aktuell.de/gesundheitsdatenbank/gentests/gentests zu finden.
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